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Nicht nur Kunst. Alltagsgegenstände aus jüdischem Eigentum ins Museum?

Teil eines 1939 beschlagnahmten Trachtenschmucks, gefunden im Historischen Museum Regensburg, Foto: Historisches Museum Regensburg

Mit Provenienzforschung wird meist wertvolle Kunst in Verbindung gebracht, aber während der Deportationen in der NS-Zeit blieben auch Alltagsgegenstände jüdischer Familien zurück. Zu diesen Objekten hatten nicht nur Parteifunktionäre oder Kultureinrichtungen Zugang, sondern sie wurden auf
öffentlichen Auktionen versteigert oder an Personen abgegeben, die ihren Besitz während eines Luftangriffs verloren hatten. Die genaue Zahl ist unbekannt, aber es müssen mehrere Millionen Gegenstände gewesen sein – Schränke, Betten, Kochtöpfe, Tischdecken, Wintermäntel oder Babykrippen.

Was passierte mit ihnen? Oft befinden sie sich noch heute im Besitz der Familien, die sie damals erworben haben. Sie wissen häufig um die Herkunft. Immer häufiger werden diese Objekte deshalb öffentlichen Einrichtungen wie Museen angeboten, die damit überfordert sind: Sollen sie sie annehmen? Wie können sie herausfinden, ob wahr ist, was die heutigen Besitzer*innen über die Herkunft erzählen? Dieser Workshop soll einen Einblick in die Thematik geben. Neben einer historischen Einordnung werden in einem Praxisteil auch Fälle vorgestellt und von den Teilnehmer*innen selbst untersucht.

DIE REFERENTIN: Dr. Carolin Lange ist Gründerin und Geschäftsführerin der Firma Lange & Schmutz Provenienzrecherchen (Schweiz) und Projektkoordinatorin am United States Holocaust Memorial Museum (Washington DC), wo sie 2018/19 akademischer Fellow war. Von 2016 bis 2021 war sie Projektleiterin
für Provenienzforschung an der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern.

Termin: Montag, 29. November 2021, 10.00–14.00 Uhr
Ort: Jüdisches Museum München, St Jakobs-Platz 16, 80331 München

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