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Provenienzforschung zu jüdischen Ritualobjekten

Recherchemethoden und rechtliche Rahmenbedingungen

Anzahl und Vielfältigkeit der jüdischen Ritualgeräte, die in den deutschen Museen lagern und eine verdächtige Provenienz haben, sind weitgehend unterschätzt oder bisher unerforscht geblieben. Anhand der großen Zahl von orts- und regionalgeschichtlichen Museen lässt sich aber die Menge der unentdeckten Judaica erahnen. Die Erwerbungsart, der Erwerbungszeitraum und die Vorbesitzer variieren dabei in gleichem Maße. Aus der individuellen Geschichte eines Museums und seiner Objekte ergeben sich zahlreiche Herausforderungen im Fall eines Restitutionsverfahrens.

Die Judaica ehemaliger jüdischer Gemeinden sind in den vergangenen Rückerstattungsverfahren nie oder nur selten bearbeitet worden, da in der direkten Nachkriegszeit kein offizieller Rechtsnachfolger bestimmt wurde. Die in den deutschen Museen verbliebenen wurden mitunter in die Dauerausstellungen integriert, häufiger jedoch werden sie in den Depots verwahrt. Bis heute ist nicht klar definiert, wie mit ihnen umzugehen ist. Ein Präzedenzfall sind die 2016 im Würzburger Museum für Franken gefundenen Judaica, die nach einem Stadtratsbeschluss treuhänderisch an die israelitische Kultusgemeinde Würzburg übergeben wurden.

Die Fortbildung möchte einen Einblick in die Provenienzforschung zu Judaica geben und einen möglichen Umgang mit erbenlosen Ritualobjekten vermitteln. Ein geführter Besuch durch die Ausstellung „Sieben Kisten mit jüdischem Material“ im Museum für Franken rundet das Seminar ab.

DIE REFERIERENDEN: Bernhard Purin M. A. leitet das Jüdische Museum München, Dr. Carolin Lange und Christine Bach M. A. sind Ansprechpartnerinnen in der Landesstelle rund um die Provenienzforschung. Dr. Claudia Lichte leitet das Museum für Franken, Würzburg.

Termin: Montag, 16. September 2019, 10.00–16.30 Uhr 
Ort: Johanna-Stahl-Zentrum, Valentin-Becker-Straße 11, 97072 Würzburg

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