Sie befinden sich hier

Provenienzforschung

Die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern ist Ansprechpartner für mehr als 1.200 Museen, die sich nicht in staatlicher Trägerschaft befinden. Etwa 220 dieser Häuser wurden vor dem Jahr 1945 gegründet, vor allem stadt- und regionalgeschichtliche oder kulturhistorische Museen sowie 26 Kunstmuseen.

Bei diesen Häusern ist denkbar, dass in ihre Sammlungen in der NS-Zeit unrechtmäßig entzogenes Eigentum jüdischer Besitzer gelangte. Anhaltspunkte dafür gaben etwa die annotierten Auktionskataloge des Münchner Auktionshauses Weinmüller. Spuren führten zu 17 bayerischen nichtstaatlichen Museen, die Kunden Weinmüllers waren.

Das Projekt arbeitet auf zwei Ebenen: Zum einen berät und bestärkt die Landesstelle diejenigen Häuser, die bereits selbst Provenienzforschung betreiben. Zum anderen unterstützen die Projektmitarbeiterinnen Museen vor Ort bei der Erschließung ihrer Geschäftsunterlagen und bei Archivrecherchen, wenn sie personell und finanziell dazu zunächst nicht in der Lage sind. Es geht vor allem darum, die Erwerbsumstände der Sammlungsbestände zwischen 1933 und 1945 zu dokumentieren.

Die Landesstelle will damit in den Museen den Bedarf an weiterführender Provenienzforschung klären und die Häuser in die Lage versetzen, eigenständig tätig zu werden. Falls sich ein Anfangsverdacht bestätigt, können Sie einen Antrag auf finanzielle Unterstützung bei der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste stellen. Eine Förderung durch die Landesstelle ist ebenfalls möglich.

Zu den Förderrichtlinien »

Pilotprojekt Kulturgutentziehungen in SBZ/DDR

In dem Grundlagenforschungsprojekt in Kooperation mit der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste soll die Ankaufspraxis bayerischer Händler und Museen zwischen 1945 und 1990 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR erkundet werden. Damit ist der Freistaat Bayern eines der ersten "alten" Bundesländer, das sich der Aufklärung dieser Fragen zuwendet. Zur Erhebung erster Fallzahlen führte die Landesstelle daher bis zum 15. September 2021 eine Onlineumfrage in den bayerischen nichtstaatlichen Museen durch.

Mehr Infos zum Pilotprojekt »

Themenportal Provenienzforschung

Auf dieser Unterseite finden Sie weiterführende Informationen und Hilfestellungen rund um das Thema Provenienzforschung.

Mehr Infos »

Zusatzinformationen

Provenienzforschung

Christine Bach M.A.
+49 89 21014048
Dr. Marlen Topp
+49 89 21014017

Telefonsprechstunde

Themenbereich: Provenienzforschung 

Jeden Dienstag, 10-12 Uhr

Um eine vorherige Terminabsprache mit Ihrer Ansprechpartnerin per E-Mail wird gebeten.