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Klangfarbenmelodie - Franz Marcs Weg zur Farbe

20.06.2021 - 03.10.2021

Franz Marc, Hocken im Schnee, 1911, Franz Marc Museum, Franz Marc Stiftung, Ankauf gefördert durch Bundesrepublik Deutschland, Kulturstiftung der Länder, Bayerische Landesstiftung, E.ON AG, Ernst von Siemens Kunststiftung, Landesstelle für die nichtstaatl
Foto: Foto: Collecto.art
Das Franz Marc Museum besitzt ein einzigartiges Dokument zu Franz Marcs Auseinandersetzung mit der Farbe: ein Notizheft, in das der Maler um 1910 seine Gedanken zu diesem Thema schrieb.
Marc setzte sich damals mit den Klassikern der wissenschaftlichen, farbtheoretischen Literatur auseinander und hielt wichtige Erkenntnisse und seine Kommentare in dem Notizheft zur Farbe fest. Allerdings enttäuschten ihn die traditionellen Farbtheorien. Um zur revolutionären Farbgebung seiner Werke zu gelangen, musste Marc einen eigenen, neuen Weg finden, der sich an den in der Ausstellung präsentierten Gemälden und Aquarellen verfolgen lässt:
Ausgehend von einer naturalistischen Farbgebung, ließ der Maler sich vom Umgang des Impressionismus mit der Farbe inspirieren, was sich in seinen Werken mit einer sehr hellen, lichtvollen Farbigkeit niederschlug. Von großer Bedeutung war für Marc dann die Malerei Vincent van Goghs, die ihn zur Befreiung der Farben von ihrer Abbildungsfunktion führte, indem er ihre emotionale Ausdruckskraft nutzte. Für seine letzten, nahezu abstrakten Gemälde orientierte Marc sich schließlich an Robert Delaunays Komplementärfarbkontrast und kam so zu einer strahlenden, auf den Grundfarben basierenden Farbigkeit.
Vor allem mit dem Freund August Macke tauschte Franz Marc sich über Fragen der Farbe aus. Auch Macke war auf der Suche nach einer neuen Malerei und setzte bei seinen Überlegungen in Frankreich an. Beide Maler gelangten nicht über theoretische Reflexion, sondern über praktische Versuche zu innovativen Lösungen und farbenprächtigen Gemälden.

Franz Marc Museum

Franz Marc Park 8
82431 Kochel
Tel. 08851/92488-0
Email info@franz-marc-museum.de
Webseite http://www.franz-marc-museum.de