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Stadtmuseum

Sulzbach-Rosenberg, Lkr. Amberg-Sulzbach / Oberpfalz

Brautkrone mit Blumen aus Golddraht und Perlen, 19. Jh.
Brautkrone mit Blumen aus Golddraht und Perlen, 19. Jh.

Stadtmuseum

Neustadt 14
92237 Sulzbach-Rosenberg

Tel. 09661/87768-00
Fax 09661/87768-10
Email
stadtmuseum@sulzbach-rosenberg.de
Webseite
http://www.sulzbach-rosenberg.de/index.php?id=175,75

Öffnungszeiten

Mi.-Fr., So. u. Feiert. 9.00-12.00 u. 13.30-16.30, Sa. 13.30-16.30 u. n. Vereinb.

Feiertags offen

Beschreibung

Zwei Elemente haben die Entwicklung der Stadt Sulzbach-Rosenberg und der sie umgebenden Region bis heute geprägt: der Eisenerzbergbau und eine unverwechselbare, über 1000-jährige Kulturgeschichte. Beide Fundamente veranschaulicht das Stadtmuseum in seinen reizvoll verwinkelten Räumlichkeiten zweier spätmittelalterlicher Gebäudekomplexe der "Neustadt", deren Anlage auf Kaiser Karl IV. zurückgeht. Kernpunkte der Ausstellung sind die historische Entwicklung von Fürstentum und Stadt Sulzbach, das Sulzbacher Simultaneum als Beispiel religiöser Toleranz und politischen Weitblicks sowie die Geschichte des Bergbaus und Hüttenwesens bis hin zur modernen Stahlindustrie. Herrschaft und Selbstverwaltung, Handel und Handwerk im Wechsel der Zeiten sind in Vitrinen und Rauminstallationen präsentiert. Einen authentischen Einblick in die Rechtssprechung vergangener Zeiten bieten Bäckerkorb, Halsgeige und "Springer".
In der Abteilung zum Sulzbacher Schloss gewähren archäologische Funde Einblick in die Anfänge und Frühzeit von Burg und Stadtgeschichte, die deutschlandweit einmalige und neue historische Erkenntnisse erbracht haben. Eine bedeutende Station des Museumsrundgangs ist der Buchdruck, der mehrere Jahrhunderte lang die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Stadt prägte. Durch die religiöse Toleranzpolitik Herzog Christian Augusts in der Mitte des 17. Jh., die neben Katholiken und Protestanten auch Juden mit einbezog, entfaltete sich hier der drittgrößte Druckort Europas für Hebraica. Von besonderer Bedeutung ist ferner die Sulzbacher Fayence-Manufaktur und die kunstvolle "Terra sigillata"-Keramik der Familie Fischer, die zu Beginn des 20. Jh. diese lang vergessene Technik der Römer wiederentdeckte. Aus dem Leben der Menschen erzählen die "gute Stube" des Bürgermeisters Tretzel aus dem 18./19. Jh., der karge Wohnraum einer "Maxhütterer-Familie" und die Biografie einer Rosenberger Arbeiterfrau. Seit 2009 hat auch die ehemalige Löwenapotheke ihre neue Heimat im Stadtmuseum gefunden. Regelmäßige Sonderausstellungen und museumspädagogische Programme bereichern das Angebot. Seit 1997 ist das Museum auch Sitz der Richard-Bauer-Stiftung, die den künstlerischen Nachlass des Malers (1916–2005) verwaltet und fördert.